Jeanne d' Arc, Jungfrau von Orléans
Ein kurzer Überblick über die geschichtlichen Ereignisse und das Leben der Jeanne d' Arc, Jungfrau von Orléans, der Nationalheldin Frankreichs

Während des Hunderjährigen Krieges im Jahre 1412 wurde Jeanne d' Arc in Domrémy als Tochter von Jacques Darcs und Isabelle Romées in einer Bauernfamilie in Domrémy la Pucelle geboren. Bis zu Ihrem 13 Lebensjahr spielt Jeannette Darc mit den Nachbarskindern und half ihren Eltern auf dem Bauernhof und auf den Feldern, nichts deutete auf ihre schicksals- und heldenhafte Zukunft hin.
Im Hunderjährigen Krieg versuchte England, aufgrund erbrechtlicher Zusammenhänge nach dem Tod des französischen Königs Karl IV, seine Ansprüche auf den französischen Thron durchzusetzen. 1415 besiegte England unter dem englischen König Heinrich V die Franzosen in der Schlacht von Azincourt und erhob erneut Anspruch auf den französischen Thron. Englische Truppen hatten den Norden des Landes bis zur Loire besetzt. Orléans, der Schlüssel zur Überquerung des Flusses war eingekesselt.
Mit Beginn ihres 13 Lebensjahres höhrte sie das erste Mal Stimmen und hatte ihre ersten Visionen. Damals sollen ihr die heilige Margareta, die heilige Jungfrau und der Erzengel Michael erschienen sein. Von Ihnen erhielt sie dann den Befehl Frankreich von den Engländern zu befreien und den Dauphin zum Thron zu führen.
Ihre Erscheinungen mehrten sich und so verließ am 25. Dezember 1428 ihr Elternhaus in Domrémy la Pucelle . Nach mehreren Versuchen gelang es ihr am 1 Janauar 1429, eine Audienz beim Stadtkommndanten der Festungsstadt Vaucouleurs, Robert de Baudricourt zu bekommen.
Nachdem sie den Stadtkommandanten Robert de Baudricourt nach erfolgreicher Prüfung ihres Glaubens überzeugt hatte, gab er ihr ein Empfehlungsschreiben und eine Eskorte mit, welche sie nach Chinon zu Karl VII begleiten sollte. Sie wurde dort am französischen Hof vom Dauphin empfangen. Er zögerte vor der unglaublichen Aufforderung des jungen Mädchens Frankreich zu befreien und die Engländer zu vertreiben. Schliesslich konnte sie den Dauphin überzeugen, dass sie im Namen des Himmels gesandt worden sei, um Frankreich zu retten, und sicherte ihm zu, dass er in Reims zum König gekrönt werden würde.
Schliesslich gewährte er ihr seine volle Unterstützung und der französische Hofrat beschloss ihre eine Rüstung zu Verfügung zu stellen und beauftragte sie mit dem französischen Heer einen Proviantzug nach Orléans zu bringen.
Am 29. April 1429 gelang es ihr mit den ihr zur Verfügung stehenden Truppen den Proviantzug in die eingeschlossenen Stadt zu bringen. Die Truppen durch diese Erfolge und ihren Glauben motiviert, wagten daraufhin am 7. Mai einen Ausfall aus der belagerten Stadt. Jeanne d' Arc ritt mit ihrem Banner dem Heer voran, auch als sie durch einen Pfeil an der Schulter verwundet wurde, blieb sie dennoch im Feld. Dadurch gewann sie noch mehr an Ansehen bei den Soldaten und steigerte so die Kampfbereitschaft des französischen Heeres. Am 8. Mai gaben die englischen Truppen die Belagerung der Stadt nach mehrerern Monaten auf und zogen aus der Stellung ab.
Dieser wichtige Sieg mit der Befreiung von Orléans und der Abzug der englischen Truppen bestärkten das französischen Heer und Jeanne d' Arc wurde berühmt und populär. Bis Juni 1429 wurden die englischen Heere aus allen Burgen südlich der Loire von den franzöischen Truppen unter Führung der Jeanne d' Arc vertrieben.
Daraufhin konnte der Dauphin, wie von Jeanne d'Arc vorrausgesagt, in der Kathedrale von Reims am 17. Juli 1429 zum König gekrönt werden.Der Ruhm des Bauernmädchens Jeanne d' Arc war nun auf dem Höhepunkt. Sie stand bei der Zeremonie neben dem Altar und hielt die Siegesfahne. Einige Zeit später wurde Jeanne durch den König eine ehrenvolle Auszeichnung zuteil, indem sie und ihre Eltern und Brüder mit der gesamten Nachkommenschaft in den Adelsstand erhoben wurden.
Auf ihr Drängen hin entschloß sich Karl VII. im September 1429 zum Sturm auf Paris, um die geschwächten englischen Heere vollends aus Frankreich zu vertreiben. Am 8.9. 1429 begann der Sturm der französischen Truppen auf die stark befestigte Stadt. Der Versuch der Eroberung schlug jedoch fehl. Nach solchem Mißlingen wurde Jeanne d' Arc von Karl VII. nicht mehr weiter unterstützt. Sie wurde an die Loire zurückgebracht, von wo sie im April 1430 aufbrach, um dem belagerten Compiégne zu Hilfe zu eilen.
Bei den noch später folgenden Kämpfen um die Stadt Compiegne im Tal der Oise geriet Jeanne d' Arc am Abend des 23.5. 1430 durch Verrat in die Gefangenschaft der Burgunder, wie ihr die Stimmen der Heiligen zuvor gesagt hatten, und später - durch Verrat und Intrigen (selbst die Rolle des Königs Karl VII war zweifelhaft, war im Jeanne zu einflußreich ? ) - in die Hände der Engländer, die sie als ihre ärgste Feindin ansahen und unbedingt getötet sehen wollten. Das sollte aber die Kirche für sie tun. So kam es im Früjahr 1431 in Rouen zu einem Prozess durch die Inquisition, in dem sie als vermeintliche Ketzerin und Hexe angeklagt wurde, wobei ihre Verurteilung schon beschlossene Sache war. Der Prozess zieht sich zunächst endlos hin, vor den zahlreichen und gelehrten Richtern steht Jeanne d' Arc alleine, ohne Berater oder Anwalt. Die Fragen der Richter und Kirchengelehrten beantwortet sie mit ihrem unerschütterlichen Glauben und erstaunlicher Geistesgegenwart. Auch weigert sie sich die göttlichen Weisungen. welche sie erhalten hat zu verleugnen. Jeanne wird gezwungen abzuschwören, aus Angst vor Folter und zermürbt durch die lange Zeit der Gefangenschaft tut sie , widerruft jedoch am folgenden Tag ihre Aussage und wird daraufhin verurteilt. Am 30. Mai 1431 wurde sie zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt und anschließend auf dem Marktplatz von Rouen verbrannt.
Fünf Jahre nach ihrem Tod, am 7. November 1455, fand in der Kathedrale Notre Dame in Paris auf betreiben ihrer Familie und einflußreicher Freunde der Rehabilitierungsprozess statt. In der Zwischenzeit waren die Engländer besiegt worden und Frankreich war frei. Karl VII wollte, nachdem der Krieg zu Gunsten Frankreichs entschieden war, sein Ansehen stärken und die analtende Kritik wegen des Todesurteils gegen die immer noch beliebte Befreierin Frankreichs Jeanne d' Arc ein Ende setzen. Am 7. Juli 1456 fand in Rouen die feierliche Urteilsverkündung statt, mit dem Ergebnis, dass der Inquisitionsprozess und seine Urteile 'Lüge, Verleumdung, Bosheit, Widerspruch sowie offenbarer Irrtum im Rechte und in der Sache enthalten' und 'null und nichtig sind' und Jeanne nun 'gereinigt und frei von jedem Schimpf und jedem Makel' befunden wurde.
Aber erst 1909 wurde Jeanne vom Papst selig gesprochen und am 16. Mai 1920 erfolgte ihre Heiligsprechung.
Das französische Parlament entscheidet im Juli 1920 daß Jeannes Namenstag zum Nationalfeiertag wird. Das Aufstellen eines Nationaldenkmales wird beschlossen.
Auf dem Marktplatz in Rouen, auf dem "Vieux Marchè" wird genau an der Hinrichtungsstelle das Nationaldenkmal errichtet. Das dazugehörige große Kreuz war bereits 1456 bei der Rehabilitierung gefordert worden.


Diese lange Einleitung soll das Leben der französischen Nationalheldin und auch den damit verbundenen geschichtlichen Hintergrund ein wenig erläutern helfen. Jetzt kommen einige Bilder, man kann jedoch auch den Links im Text folgen und kommt somit auf weitere Bilder auf den Stationen ihres kurzen Lebens und kann von diesen Seiten auch wieder auf die Seite der Jeanne D' Arc zurückkommen.


Jeanne d' Arc, Jungfrau von Orléans

Eine kleine Ausstellung mit Bildern und Filmplakaten findet man ebenfalls in Domémy. Die Geschichte der Jeanne d' Arc faszinierte Schriftsteller und Regisseure.
Eine Fotografie des Filmplakates mit Sandrine Bonnaire als Jeanne d' Arc.

Jeanne d' Arc, Jungfrau von Orléans

Fotografien der Filmplakatte aus verschiedenen Epochen. Hier mit Sandrine Bonnaire als Jeanne d' Arc.

Jeanne d' Arc, Jungfrau von Orléans

Hier eine Fotografie des Filmplakates von 1929.

Jeanne d' Arc, Jungfrau von Orléans

Hier in der Titelrolle mit Ingrid Bergman.

Jeanne d' Arc, Jungfrau von Orléans

Ebenfalls die Fotografie eines Filmplakates von 1962.

Jeanne d' Arc, Jungfrau von Orléans



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